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Timişoara – Erklärung von KOLPING EUROPA

Timişoara – Erklärung von KOLPING EUROPA

zur Förderung und Weiterentwicklung des Europarats aus Anlass der Verleihung des Beobachterstatus an Kolping Europa als internationale nichtstaatliche Organisation (INGO) vor 50 Jahren (11.3.1974 – 11.3.2024) und der 75-Jahrfeier des Europarats (5.5.1949 – 5.5.2024)

Aus seiner geschichtlichen Entwicklung und seinem Programm heraus fühlt sich Kolping Europa in besonderer Weise der Europaidee und dem Europarat verbunden.

Kolping Europa erhielt am 11. März 1974 gemäß Beschluss des Ministerkomitees (CM/74/65), als INGO den Beobachterstatus des Europarats. Somit ist Kolping Europa seit 50 Jahren als INGO durch diesen Status berechtigt, an der Zusammenarbeit zwischen Vertretern der Regierungen, der Parlamente, der Gebietskörperschaften und der Zivilgesellschaft teilzunehmen.

In über 60 Europa – Erklärungen hat Kolping Europa sich zu Fragen der europäischen Einigung geäußert. Ausdruck dieser intensiven Europabemühungen waren die bis 2011 alljährlich durchgeführten einwöchigen Europaseminare am Sitz des Europarats und des Europäischen Parlamentes in Strasbourg. Vor Ort machten sich über 2.500 künftige Führungskräfte mit der Arbeit des Europarats und der EU vertraut, als Beitrag zur Stärkung des Europabewusstseins.

Auf Grund dieses langjährigen Einsatzes für Europa will Kolping Europa mit der folgenden Erklärung aus Anlass der 75-Jahrfeier des Europarats und der Verleihung des Beobachterstatus vor 50 Jahre einen Beitrag zur Förderung und zur Weiterentwicklung des Europarats leisten.

Die Gefahren des Rückfalls in die Vergangenheit

Heute sind die Grundideen der europäischen Einigung in Gefahr. Konflikte und die Infragestellung gemeinsam erarbeiteter Werte und Grundsätze schaffen neue Trennungslinien:

  • Der bevölkerungsstärkste europäische Staat Russland überfiel die Ukraine, einen souveränen Nachbarstaat, und erklärte das restliche Europa zum Feind, spaltete damit erneut den Kontinent.
  • Andere eingefrorene Konflikte flammten wieder auf (Aserbaidschan, Armenien und Georgien) oder brachten die Gefahr künftiger militärischer Interventionen (Moldawien).
  • Immer autoritärer werdender Regierungsstil in manchen Staaten bricht zunehmend die Regeln einer pluralistischen Demokratie und bedroht die Unabhängigkeit der Justiz.
  • Durch die Massenmedien aufgebauschte Träume vom mächtigen Nationalstaat wecken die Dämonen der Vergangenheit.
  • Die Praxis nationaler Geschichtsverherrlichung tritt zunehmend an die Stelle gemeinsamer Geschichtsbewältigung. Experten der Beobachterstelle (Observatoire) des Europarats für den Geschichtsunterricht in Europa warnen vor der Tendenz des Wiederanknüpfens nicht nur an bestehende Betrachtungsunterschiede, sondern auch an das Erbe nicht verheilter Wunden, alter Vorurteile und Revanchegelüste.
  • Die Geltung der für alle Mitgliedsstaaten des Europarats verbindlichen Europäische Menschenrechtskonvention und die Anerkennung der Urteile des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte werden in Frage gestellt. Vielerorts wird die Gewaltenteilung (Regierung, Parlament, Justiz) zur Verhütung von Machtmissbrauch der Regierung allmählich ausgehebelt.

Diese beunruhigende Entwicklung wurde in der Erklärung der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten des Europarats auf dem Gipfeltreffen im Mai 2023 in Reykjavik bestätigt. Der eherne Grundsatz „Recht vor Macht“ist erneut in Gefahr.

Eintritt in eine neue Zeitenwende mit notwendigen Konsequenzen für die Träger des Projekts Europa

Das Projekt Europa, die Idee des Vereinten Europas, ist nicht nur von außen bedroht, sondern auch in seinem inneren Zusammenhalt gefährdet. Die 75-Jahrfeier des Europarats fällt in eine neue europäische Zeitenwende. Die gesamteuropäische Vision der europäischen Einigung sieht sich mit einer neuen Trennungslinie konfrontiert, provoziert durch den Krieg Russlands – mit Weißrussland als Verbündetem – gegen die Ukraine. Die kollektive Verurteilung dieser Aggression durch das restliche Europa steht außer Frage. Neben der Bedrohung von außen gibt es aber auch Krisen und Anfechtungen im Inneren Europas, die es zu bekämpfen und zu überwinden gilt.

Europarat und Europäische Union (EU) sind als tragende Pfeiler der europäischen Einigung direkt gefordert. Mit seinen 46 Mitgliedsstaaten bleibt der Europarat die geographisch umfassendste europäische Organisation. Die jüngsten Entwicklungen bedrohen seine Kernkompetenzen Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaat. Sie erfordern auch die Stärkung des europäischen Bewusstseins und der gemeinsamen europäischen Identität. Diese Grundwerte und Grundsätze müssen gemeinsam vom Europarat und der EU verteidigt werden.

Um die äußere Bedrohung und die Gefährdung des inneren Zusammenhalts Europas zu bekämpfen, müssen der Europarat und die EU ihre politischen, rechtlichen und praktischen Möglichkeiten der Zusammenarbeit bündeln. Beide müssen noch viel enger zusammenwirken, um das gemeinsame Ziel eines geeinten Europas zu erreichen.

Der Weg aus der gegenwärtigen Krise könnte sich auf den 2006 verfassten Bericht von Jean-Claude Juncker, dem damaligen Luxemburger Regierungschef, berufen. Er hatte den bezeichnenden Titel „Europarat und Europäische Union – Ein gemeinsames Bestreben für den europäischen Kontinent“.

Dieser Bericht forderte Partnerschaft auf Augenhöhe von Europarat und EU, um Europa voranzubringen. 2006 wurde auch bereits der Beitritt der EU zur Europäischen Menschenrechtskonvention angestrebt, ist aber bis heute noch nicht erfolgt. Das Gipfeltreffen des Europarats im Mai 2023 in Reykjavik unterstrich erneut die Bedeutung eines künftigen Beitritts der EU zur Menschenrechtskonvention.

Die 75-Jahrfeier des Europarats angesichts der neuerlichen Spaltung Europas

Die gegenwärtige Krisensituation in Europa erfordert gemeinsames Handeln. Die 75-Jahrfeier des Europarats könnte Anlass sein, durch eine noch viel engere Zusammenarbeit von Europarat und EU die anstehenden Herausforderungen zu meistern.

Russlands Krieg gegen die Ukraine bedroht den Frieden und die Einheit Europas. Europa ist von außen bedroht und innerlich teilweise zerrissen, weil gemeinsam erarbeitete Werte nicht mehr geachtet werden. Es gilt, kollektive Sicherheit zu garantieren und demokratische Stabilität zu stärken. Europarat und EU waren in den vergangenen Jahrzehnten Träger der Idee eines Vereinten Europas. Angesichts seiner Gefährdung durch die feindselige Haltung und die Machtansprüche Russlands sind beide Organisationen aufgerufen, sich ihrer gemeinsamen Verantwortung für den restlichen gesamteuropäischen Raum zu stellen.

Auf Grund seiner Kernbereiche Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaat ist in erster Linie der Europarat dazu berufen, diese Werte zu sichern und durch enge Zusammenarbeit in Kultur, Erziehung und Jugendfürsorge das europäische Bewusstsein zu stärken.

Schon auf einem Wiener Gipfeltreffen 1993 hatten die Staats- und Regierungschefs den Beitrag des Europarats zur Garantie der demokratischen Stabilität betont und die Mitgliedsstaaten an ihre Verpflichtung erinnert, Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaat zu achten und das an Vielfalt reiche, gemeinsame kulturelle Erbe Europas zu pflegen und zu schützen.

Die Staats- und Regierungschefs stellten damals ergänzend fest, dass Europa Träger einer immensen Hoffnung sei, die um keinen Preis durch Gebietsansprüche, das Wiederaufleben aggressiver Nationalismen, das Fortbestehen von Einflusssphären und durch Intoleranz oder totalitäre Ideologien zerstört werden dürfe.

30 Jahre danach ist die europäische Einigung aber wieder mit diesen Gefahren und Problemen konfrontiert. Die Reykjavik-Erklärung von 2023 der 46 Mitgliedsstaaten des Europarats verhehlt diese Gefährdung nicht und spricht von der gemeinsamen Verantwortung, sie zu bekämpfen. Die Erklärung bekräftigte das Bekenntnis zur Achtung der Europäischen Menschenrechtskonvention und die Verpflichtung zur Umsetzung der Urteile des Gerichtshofes für Menschenrechte.

Angesichts der Bedrohung der pluralistischen demokratischen Ordnung nahm das Gipfeltreffen einen umfangreichen Katalog demokratischer Grundsätze an: Meinungsfreiheit, Versammlungs- und Vereinsfreiheit, Gewaltenteilung, unabhängige Justiz, Korruptionsbekämpfung sowie demokratische Einbeziehung der Zivilgesellschaft und junger Menschen.

Die Staats- und Regierungschefs unterstrichen die Bedeutung der Erziehung der Jugend, um ihr die demokratischen Werte zu vermitteln und ihr die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft dank des gemeinsamen kulturellen Erbes bewusst zu machen.

Es handelt sich hier um historische Kernbereiche des Europarats. Die Garantie demokratischer Stabilität sowie die Stärkung des Europabewusstseins und einer europäischen Identität erfordern verstärkte Bemühungen aller Mitgliedsstaaten sowie des Europarates und der EU.

Engere Zusammenarbeit und einheitliches Handeln von Europarat und EU würden europäische Gemeinsamkeiten stärken.

Die Empfehlungen des Juncker-Berichts von 2006 erscheinen aktueller und notwendiger denn je.

Eine noch wesentlich engere Zusammenarbeit von EU und Europarat würde auch Kompetenzen, Handlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bündeln, eine gezielte Arbeitsteilung zur Stärkung der europäischen Gemeinsamkeiten fördern und Fortschritte bei der gesamteuropäischen Einigung ermöglichen.

Durch eine Ausweitung der schon bestehenden Zusammenarbeit von EU und Europarat würden die Kompetenzen (Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaat, Kultur, Erziehung, Jugend) des Europarats für den verblieben gesamteuropäischen Raum (ohne Russland und Weißrussland) noch besser genutzt. Die EU könnte sich voll auf ihre historische Mission konzentrieren nämlich durch fortschreitende innere Vertiefung des Binnenmarkts den Auftrag ihrer Gründungsväter zu erfüllen.

Die 75-Jahrfeier des Europarats ist für Kolping Europa nicht nur Anlass, seine großen Verdienste, um den Aufbau Europas zu würdigen, sondern auch in dieser Zeit einer erneuten Spaltung Europas die 46 Mitgliedsstaaten aufzufordern, durch wesentlich engere Zusammenarbeit von Europarat und EU die Einigung Europas zu fördern und gegen äußere Versuchungen und Anfechtungen zu wappnen.

Beschlossen im Rahmen der Sitzung des Vorstandes von KOLPING EUROPA am 16. März 2024 in Timișoara (RO).

Für den Vorstand von Kolping Europa

Vasyl SAVKA                  Istvan GÖDRI                 Erich REISCHMANN                    Anton SALESNY

Vorsitzender                  Europapräses                 Europasekretär                            Europabeauftragter

 

Kolping Europa

Im Jahre 1849 gründete der katholische Priester Adolph Kolping in Köln einen Verband für ledige Handwerkergesellen mit dem Ziel, ihnen eine Hilfe bei der Bewältigung der Probleme zu geben, die sich aus der industriellen Revolution ergaben und die unter den Begriff „Soziale Frage“ zusammengefasst werden. Aus kleinsten Anfängen heraus hat sich Kolping International zu einem katholisch weltweiten Sozialverband in über 60 Staaten entwickelt mit heute ca. 9.600 örtlichen Gruppen und mehr als 400.000 Mitgliedern weltweit. Dieses Wachstum wurde erreicht, da das Kolpingwerk sich immer wieder den neuen gesellschaftlichen Entwicklungen und Gegebenheiten auf vielfältigste Weise gestellt hat und dadurch stets an der Lösung der sozialen Frage, auf nationaler und internationaler Ebene, mitwirkt.

Kolping versteht sich als katholischer Sozialverband, der in besonderer Weise die Entfaltung der persönlichen Anlagen seiner Mitglieder unterstützt, den Mitgliedern und der Gesellschaft Lebenshilfen anbietet und durch die Aktivitäten seiner Mitglieder und Gruppierungen das Gemeinwohl im christlichen Sinne fördert. Die Arbeit von Kolping ist ausgerichtet auf den ganzen Menschen. Für alle Lebensbereiche soll er Hilfe und Anregung erfahren können, ebenso aber auch die Möglichkeit haben, sich mit all seinen Sorgen und Problemen aber auch Kenntnissen und Fähigkeiten einzubringen.

Das Wirken von Kolping richtet sich schwerpunktmäßig auf die Bereiche Arbeit und Beruf, Ehe und Familie, Gesellschaft und Staat, Kultur und Freizeit. Als demokratischer strukturierter Verband sieht sich Kolping mitverantwortlich für die Förderung der Demokratie und tritt für die besondere Würde des Menschen in jeder Lebensphase und für die unveräußerlichen und unverletzlichen Menschenrechte ein.

Kolping Europa ist ein Kontinentalverband von KOLPING INTERNATIONAL Kolping ist in Europa in folgenden Staaten präsent: Albanien, Deutschland, Italien, Kosovo, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Polen, der Republik Moldau, Rumänien, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und der Ukraine. Als Teil eines demokratischen und generalsübergreifenden Mitgliederverbandes nimmt es die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft an.

In besonderer Weise fühlt sich Kolping Europa in – aus seiner geschichtlichen Entwicklung und seinem Programm heraus – der Europaidee verpflichtet und arbeitet intensiv mit dem Europarat und der Europäischen Union bzw. dem Europäischen Parlament zusammen, wobei es seit 11.3.1974 als INGO (Nichtregierungsorganisation) den „Partizipativstatus beim Europarat“ (Council of Europe / Conseil de l’Europe) https://www.coe.int/de/web/portal) in Strasbourg innehat. In über 50 Europaerklärungen hat sich das Kolpingwerk in den europäischen Diskurs eingebracht.

Ein besonderer Ausdruck dieser intensiven Europabemühungen waren die von 1979 bis 2011 alljährlich durchgeführten einwöchigen Europaseminare am Sitz des Europarates und des Europäischen Parlaments in Strasbourg, welche an über 2.500 Führungskräfte die Europaidee vor Ort vermittelte.

Weitere Informationen:

Kolping Europa https://kolping-europa.eu/
Europasekretariat von Kolping Europa:
c/o Europasekretär Erich Reischmann, SLO – 9223 Dobrovnik Dobronak, Strehovci 80
E-Mail: erich.reischmann@kolping-ibk.eu Tel.:0041 / 79 669 72 41 (Schweiz)
Europabeauftragter von Kolping Europa:
Reg. Rat. Anton Salesny, A – 2000 Stockerau bei Wien, Schaumanngasse 70/4/8
E-Mail: Anton.Salesny@gmx.net Tel.: 0043 / 2266 / 65916 (Österreich)

 

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Erklärung 50 Jahre INGO und 75 Jahre Europarat

 

Timişoara – Declaration by KOLPING EUROPA

on the promotion and further development of the Council of Europe on the occasion of the granting of observer status to Kolping Europe as an
international non-governmental organisation (INGO) 50 years ago (11.3.1974 – 11.3.2024)
and the 75th anniversary of the Council of Europe (5.5.1949 – 5.5.2024)

Based on its historical development and its programme, Kolping Europe feels a special connection to the European idea and the Council of Europe.

Kolping Europe was granted observer status in the Council of Europe as an INGO on 11 March 1974 in accordance with the decision of the Committee of Ministers (CM/74/65). Thus, for 50 years, Kolping Europe has been authorised as an INGO through this status to participate in the cooperation between representatives of governments, parliaments, local authorities, and civil society.

Kolping Europe has expressed its views on questions of European unification in over 60 European declarations. An expression of these intensive European endeavours were the one-week European seminars held every year until 2011 at the headquarters of the Council of Europe and the European Parliament in Strasbourg. More than 2,500 future leaders familiarised themselves on site with the work of the Council of Europe and the EU as a contribution to strengthening European awareness.

Based on this long-standing commitment to Europe, Kolping Europe wishes to contribute to the promotion and further development of the Council of Europe with the following declaration on the occasion of the 75th anniversary of the Council of Europe and the granting of observer status 50 years ago.

The dangers of falling back into the past

Today, the basic ideas of European unification are in danger. Conflicts and the questioning of jointly developed values and principles are creating new dividing lines:

  • The most populous European state, Russia, invaded Ukraine, a sovereign neighbouring state, and declared the rest of Europe an enemy, thus dividing the continent once again.
  • Other frozen conflicts flared up again (Azerbaijan, Armenia and Georgia) or harboured the risk of future military interventions (Moldova).
  • The increasingly authoritarian style of government in some countries is increasingly breaking the rules of a pluralistic democracy and threatening the independence of the judiciary.
  • Dreams of a powerful nation state, hyped up by the mass media, awaken the demons of the past.
  • The practice of national glorification of history is increasingly taking the place of a common approach to history. Experts from the Council of Europe’s Observatory for the Teaching of History in Europe warn against the tendency to return not only to existing differences of opinion, but also to the legacy of unhealed wounds, old prejudices, and a desire for revenge.
  • The validity of the European Convention on Human Rights, which is binding for all member states of the Council of Europe, and the recognition of the judgements of the European Court of Human Rights are being called into question. In many places, the separation of powers (government, parliament, judiciary) to prevent the government from abusing its power is gradually being undermined.

This worrying development was confirmed in the declaration by the heads of state and government of the Council of Europe member states at the summit in Reykjavik in May 2023. The iron principle of „right before might“ is once again in jeopardy.

Entry into a new era with necessary consequences for the promoters of the European project

The European project, the idea of a United Europe, is not only threatened from the outside, but its internal cohesion is also jeopardised. The 75th anniversary of the Council of Europe coincides with a new European turning point. The pan-European vision of European unification is confronted with a new dividing line, provoked by Russia’s war – with Belarus as an ally – against Ukraine. The collective condemnation of this aggression by the rest of Europe is beyond question. In addition to the external threat, however, there are also crises and challenges within Europe that need to be combated and overcome.

The Council of Europe and the European Union (EU) are directly challenged as pillars of European unification. With its 46 member states, the Council of Europe remains the most geographically comprehensive European organisation. Recent developments threaten its core competences of democracy, human rights and the rule of law. They also require the strengthening of European awareness and a common European identity. These fundamental values and principles must be jointly defended by the Council of Europe and the EU.

In order to combat the external threat and the threat to Europe’s internal cohesion, the Council of Europe and the EU must pool their political, legal and practical means of co-operation. Both must work much more closely together to achieve the common goal of a united Europe.

The way out of the current crisis could be based on the report written in 2006 by Jean-Claude Juncker, the then head of the Luxembourg government. It had the telling title „Council of Europe and European Union – A common endeavour for the European continent“.

This report called for a partnership of equals between the Council of Europe and the EU to move Europe forward. In 2006, the EU’s accession to the European Convention on Human Rights was also sought but has not yet taken place. The Council of Europe summit in Reykjavik in May 2023 once again emphasised the importance of the EU’s future accession to the Convention on Human Rights.

The 75th anniversary of the Council of Europe in the face of the renewed division of Europe

The current crisis situation in Europe requires joint action. The 75th anniversary of the Council of Europe could be an opportunity to master the challenges ahead through even closer cooperation between the Council of Europe and the EU.

Russia’s war against Ukraine threatens peace and the unity of Europe. Europe is threatened from the outside and internally torn apart to some extent because the values we have developed together are no longer respected. Collective security must be guaranteed, and democratic stability must be strengthened. In the past decades, the Council of Europe and the EU have been the bearers of the idea of a United Europe. In view of the threat posed by Russia’s hostile attitude and claims to power, both organisations are called upon to face up to their shared responsibility for the rest of the pan-European area.

Due to its core areas of democracy, human rights and the rule of law, the Council of Europe is primarily called upon to safeguard these values and to strengthen European awareness through close co-operation in culture, education and youth welfare.

At a Vienna summit in 1993, the heads of state and government had already emphasised the Council of Europe’s contribution to guaranteeing democratic stability and reminded the member states of their obligation to respect democracy, human rights and the rule of law and to cultivate and protect Europe’s richly diverse common cultural heritage.

The heads of state and government added that Europe was the bearer of immense hope, which must by no means be destroyed through territorial claims, the resurgence of aggressive nationalisms, the persistence of spheres of influence and by intolerance or totalitarian ideologies.

30 years on, however, European unification is once again confronted with these dangers and problems. The Reykjavik Declaration of 2023 by the 46 member states of the Council of Europe does not conceal this threat and speaks of a shared responsibility to combat it. The declaration reaffirmed the commitment to respect the European Convention on Human Rights and the obligation to implement the judgements of the Court of Human Rights.

In view of the threat to the pluralistic democratic order, the summit adopted a comprehensive catalogue of democratic principles: Freedom of expression, freedom of assembly and association, separation of powers, an independent judiciary, the fight against corruption and the democratic involvement of civil society and young people.

The Heads of State and Government emphasised the importance of educating young people in order to instil democratic values and make them aware of the cultural diversity of society thanks to our common cultural heritage.

These are historic core areas of the Council of Europe. The guarantee of democratic stability and the strengthening of European awareness and a European identity require increased efforts on the part of all member states, the Council of Europe and the EU.

Closer cooperation and unified action between the Council of Europe and the EU would strengthen European common ground.

The recommendations of the 2006 Juncker Report appear more topical and necessary than ever.

Much closer cooperation between the EU and the Council of Europe would also pool competences, opportunities for action and budgetary resources, promote a targeted division of labour to strengthen European commonalities and enable progress to be made towards pan-European unification.

By expanding the existing cooperation between the EU and the Council of Europe, the competences (democracy, human rights, rule of law, culture, education, youth) of the Council of Europe for the remaining pan-European area (excluding Russia and Belarus) would be even better utilised. The EU could concentrate fully on its historical mission, namely, to fulfil the mission of its founding fathers by progressively deepening the internal market.

The 75th anniversary of the Council of Europe is not only an occasion for Kolping Europe to honour its great merits in the construction of Europe, but also to call on the 46 member states, in this time of renewed division in Europe, to promote the unification of Europe through much closer cooperation between the Council of Europe and the EU and to arm themselves against external temptations and challenges.

Resolved at the meeting of the Executive Board of KOLPING EUROPA on 16 March 2024 in Timișoara (RO).

For the Executive Board of Kolping Europe

Vasyl SAVKA                  Istvan GÖDRI                 Erich REISCHMANN                    Anton SALESNY

Chairman                         European Praeses        European Secretary                    European Representative

 

Kolping Europe

In 1849, the Catholic priest Adolph Kolping founded an association for single journeymen in Cologne with the aim of helping them to cope with the problems arising from the industrial revolution, which are summarised under the term „social question“. From very small beginnings, Kolping International has developed into a Catholic worldwide social organisation in more than 60 countries with today approx. 9,600 local groups and more than 400,000 members worldwide. This growth has been achieved because the Kolping Society has always faced up to new social developments and circumstances in the most diverse ways and has thus always contributed to solving the social question at national and international level.

Kolping sees itself as a Catholic social organisation that supports the development of its members‘ personal talents in a special way, offers its members and society help in life and promotes the common good in the Christian sense through the activities of its members and groups. Kolping’s work is focussed on the whole person. They should be able to receive help and encouragement in all areas of life, but also can contribute all their worries and problems as well as their knowledge and skills.

Kolping’s work is focussed on the areas of work and profession, marriage and family, society and state, culture and leisure. As a democratically structured organisation, Kolping sees itself as jointly responsible for the promotion of democracy and stands up for the special dignity of people in every phase of life and for inalienable and inviolable human rights.

Kolping Europe is a continental organisation of KOLPING INTERNATIONAL Kolping is present in Europe in the following countries: Albania, Austria, Croatia, the Czech Republic, Germany, Hungary, Italy, Kosovo, Lithuania, Luxembourg, the Republic of Moldova, the Netherlands, Poland, Portugal, Romania, Serbia, Slovakia, Slovenia, Switzerland and Ukraine. As part of a democratic and cross-generational member organisation, it takes on the challenges of the present and the future.

Based on its historical development and its programme, Kolping Europe feels particularly committed to the idea of Europe and works intensively with the Council of Europe and the European Union and the European Parliament, whereby it has had „participatory status with the Council of Europe“ (Council of Europe / Conseil de l’Europe) https://www.coe.int/en/web/portal) in Strasbourg since 11 March 1974 as an INGO (non-governmental organisation). The Kolping Society has contributed to the European discourse in over 50 European declarations.

A particular expression of these intensive European endeavours were the one-week European seminars held every year from 1979 to 2011 at the headquarters of the Council of Europe and the European Parliament in Strasbourg, which conveyed the idea of Europe to over 2,500 managers on site.

Further information:

Kolping Europe https://kolping-europa.eu/

 

European Secretariat of Kolping Europe:

c/o European Secretary Erich Reischmann, SLO – 9223 Dobrovnik Dobronak, Strehovci 80
E-mail: erich.reischmann@kolping-ibk.eu Phone: 0041 / 79 669 72 41 (Switzerland)
European Representative of Kolping Europe:
Reg. Rat. Anton Salesny, A – 2000 Stockerau near Vienna, Schaumanngasse 70/4/8
E-Mail: Anton.Salesny@gmx.net Phone: 0043 / 2266 / 65916 (Austria)

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